Historische Premiere in Sarajevo: Zum ersten Mal fand in der bosnischen Hauptstadt das Special Olympics Judo Open in Zusammenarbeit mit der International Judo Federation (IJF) statt. 114 Sportler:innen aus 18 Nationen gingen bei diesem gemeinsamen Partner-Event von Special Olympics International und der IJF an den Start. Österreich war durch drei Judoka des Judo Club – SV Treffen vertreten – und durfte sich am Ende über einmal Gold und zweimal Silber freuen.

Bevor es um die Medaillen ging, stand das für Special-Olympics-Bewerbe charakteristische Divisioning auf dem Programm. Dabei werden die Athlet:innen anhand ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit in möglichst gleich starke Wettkampfklassen eingeteilt. Im Judo erfolgt dies im Rahmen einer gemeinsamen Trainingseinheit, bei der die Sportler:innen unter anderem bei koordinativen Übungen und judospezifischen Aufgaben beobachtet und hinsichtlich ihres Könnens eingeschätzt werden. Erst danach stehen die jeweiligen Wettkampfklassen fest. So wird sichergestellt, dass die Athlet:innen möglichst faire und ausgeglichene Bedingungen vorfinden und alle die Chance auf den Sieg haben.
Hoher Besuch beim österreichischen Team
Über einen besonderen Besuch durfte sich das österreichische Team in Sarajevo freuen. Klara Wuketich, Kulturreferentin und Botschaftssekretärin der Österreichischen Botschaft in Sarajevo, stattete dem rot-weiß-roten Team einen Besuch ab und überbrachte die besten Wünsche des österreichischen Botschafters. Die Begegnung bot dabei auch die Gelegenheit, die Bedeutung des internationalen Special-Olympics-Sports sichtbar zu machen und den österreichischen Athlet:innen für ihre Teilnahme an diesem besonderen Event viel Erfolg zu wünschen.
Markus Tarman schreibt österreichische Special-Olympics-Geschichte
Für das Highlight aus österreichischer Sicht sorgte Markus Tarman. Mit zwei souveränen Ippon-Siegen sicherte er sich die Goldmedaille und schrieb damit Geschichte: Er gewann die erste Goldmedaille für Österreich bei einem Special Olympics World Open im Judo.
Im ersten Kampf setzte sich Tarman gegen Gregori Rossi aus Monaco mit einer gelungenen Wurf- und Festhaltekombination durch. Auch im zweiten Duell gegen Carl Viher aus Slowenien ließ der Österreicher nichts anbrennen. Mit einer erfolgreichen Festhalte-Technik (Osae-komi) fixierte er den zweiten Ippon und damit den Turniersieg.
Dijana Kontic holt Silber im Newaza
Auch Dijana Kontic durfte sich über Edelmetall freuen. Sie trat im Newaza, dem Bodenkampf, an und lieferte sich in ihrem ersten Duell gegen Ziva Golob aus Slowenien einen intensiven Kampf. Nach einem langen und kräftezehrenden Duell lag Kontic zwischenzeitlich mit Wazari zurück. Die Österreicherin kämpfte jedoch weiter, drehte den Kampf und setzte sich schließlich mit Yoko-gatame durch.
Im zweiten Kampf musste sich Kontic der Schweizerin Oceane Carnel geschlagen geben. Damit durfte sie sich über die Silbermedaille freuen.
Auch Daniel Päckl gewinnt Silber
Daniel Päckl bekam es in seiner Gruppe mit insgesamt fünf Athleten zu tun und musste damit vier Kämpfe bestreiten. Zum Auftakt setzte er sich souverän gegen Pascal Posehn aus Deutschland durch. Im zweiten Kampf musste sich Päckl Jan Raphael Seitz geschlagen geben. Davon ließ sich der Österreicher allerdings nicht aus dem Konzept bringen: Die beiden abschließenden Kämpfe gegen Gael Desbordes aus Monaco und Joze Sajovic aus Slowenien entschied Päckl jeweils mit Ippon für sich. Mit drei Siegen aus vier Kämpfen sicherte sich Päckl somit ebenfalls die Silbermedaille.
Erfolgreicher Auftritt für Österreich
Damit durfte das österreichische Team in Sarajevo über eine beeindruckende Medaillenbilanz jubeln: Gold für Markus Tarman sowie Silber für Dijana Kontic und Daniel Päckl. In der Nationenwertung belegte Österreich gemeinsam mit Estland den 10. Platz. Für die drei Judoka des Judo Club – SV Treffen war das World Open in Sarajevo damit ein ganz besonderer internationaler Auftritt.

