WAS UNS BEWEGT, Teil 11: Marcel Seidel ist jemand, der selten stillsteht und noch seltener fehlt. Sein Alltag ist geprägt von Bewegung, Arbeit und Sport, und genau diese Mischung zieht sich durch alles, was er macht. Ob auf dem Fußballplatz, beim Floorball oder draußen in den Bergen, er ist fast immer Teil einer Gruppe, eines Teams, eines Moments. Für ihn bedeutet Sport nicht nur Aktivität, sondern vor allem Verbindung zu anderen Menschen. Zwischen Arbeit, Training und Vereinsleben findet er genau dort seinen Platz, wo er gebraucht wird. Ein Porträt über jemanden, der trotz schwerer Schicksalsschläge in der Vergangenheit Verlässlichkeit nicht nur zeigt, sondern lebt und für den Dabeisein selbstverständlich ist.

Marcel Seidel ist 38 Jahre alt und viel beschäftigt. Unter der Woche arbeitet er sowohl bei Gebrüder Weiss als auch an der USI, wo er nach einer Teilqualifizierung im Jahr 2024 im sportlichen Bereich mitarbeitet. Seine Tage sind durchgetaktet, seine Wochen voll. Und trotzdem findet er immer Zeit für den Sport.
Bei den Innsbrucker Kickers gehört er seit Jahren als Tormann dazu. Er ist einer von denen, die immer da sind. Einer, der kaum ein Training auslässt. Sein Trainer Paul Mennel beschreibt ihn als jemanden, der „überall dabei sein will“, und genauso lebt er das auch.
Fußball ist dabei nur ein Teil. Auch im Floorball ist er aktiv, er geht außerdem regelmäßig ins Fitnessstudio und ist viel in den Bergen unterwegs. Wandern, Bewegung, draußen sein, das gehört für ihn genauso dazu wie das Training am Platz. Dazu kommt sein Engagement bei einem weiteren Fußballverein, in dem er fest eingebunden ist. Dort unterstützt er im Training und übernimmt organisatorische Aufgaben, eine Rolle, die ihm wichtig ist und ihm zusätzlich Selbstbewusstsein gibt.
Marcel Seidel ist jemand, auf den man sich verlassen kann. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Einsatz zählen zu seinen größten Stärken. „Er ist immer da“, sagt seine Mutter Ruth. Absagen oder Ausreden gibt es bei ihm kaum. Wenn er etwas zusagt, dann zieht er es auch durch. Seine Mutter erwähnt dabei aber auch, dass genau diese Verlässlichkeit nicht nur Vorteile hat. Weil er so hilfsbereit ist und für alle da sein will, wird er manchmal auch ausgenutzt. Doch das ändert nichts an seiner Art. Er bleibt jemand, der unterstützt, mithilft und sich einbringt, egal ob im Sport oder im Alltag.
Besonders wichtig sind ihm dabei seine Freundschaften. Der Sport schafft diese Verbindungen, aber sie gehen darüber hinaus. Auch wenn man sich länger nicht sieht, bleiben sie bestehen.
Neben Sport und Arbeit lebt er bei seiner Familie in Innsbruck. Dort übernimmt er fixe Aufgaben im Haushalt, hilft mit und strukturiert seinen Alltag klar. Routinen sind wichtig, genauso wie die Balance zwischen Aktivität und Erholung. Der Sonntag gehört ihm, zum Ausschlafen und zur Erholung.
Zusätzlich engagiert sich Marcel auch bei Special Olympics als Sportsprecher. Eine Rolle, die Verantwortung mit sich bringt und zeigt, wie sehr er sich auch über den Sport hinaus einbringen will.
Was ihn dabei besonders auszeichnet, ist seine Art. Seidel ist mitfühlend, hilfsbereit und offen. Er geht auf Menschen zu, unterstützt andere und zeigt viel Verständnis. Seine Mutter beschreibt ihn mit drei Begriffen, die ihn gut treffen: Herz, Hirn und Humor. Eigenschaften, die sich in seinem Alltag immer wieder zeigen.
Marcel ist keiner, der im Mittelpunkt stehen muss. Aber er ist immer da. Im Training, im Verein, in der Arbeit und für die Menschen um ihn herum. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Verlässlichkeit, Einsatz und Menschlichkeit, die ihn ausmacht. Und die dafür sorgt, dass er genau dort seinen Platz gefunden hat, mitten im Geschehen.
Text: Maria Bonaccorso
